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UX-Analyse · Leadgenerierung Österreich

Die Seiten holen ab, aber sie schließen nicht ab.

Auf der wichtigsten Anfrageseite werden im Schnitt 22 Prozent der Seite gesehen. Von den Besuchern, die dort landen, erreichen 11,6 Prozent die Kontaktseite. Was danach passiert, weiß derzeit niemand — die Absendung des Anfrageformulars wird nicht gezählt.

Auftraggeber
AfB gemeinnützige GmbH
Märkte
afb-group.at · afb-group.de
Zeitraum
16.07.–03.08.2026 · 19 Tage
Datenbasis
1.299 Sitzungen AT · 6.650 DE
Stand
04.08.2026

Woran es liegt

Sieben Befunde, jeder mit Zahl und Quelle. Die Reihenfolge folgt der Wirkung auf die Anfrage, nicht der Schwere des Verstoßes.

22 %Scroll-Tiefe

Die stärkste Lead-Seite wird am wenigsten gelesen

/it-hardware/verkaufen/ erreicht 22 Prozent durchschnittliche Scroll-Tiefe — den niedrigsten Wert aller Seiten mit belastbarem Besuchsvolumen. Die übrigen 14 meistbesuchten Seiten liegen zwischen 36 und 81 Prozent. Zugleich trägt diese Seite 41 Prozent aller Einstiege (Google Analytics, 90 Tage; in Clarity 45 Prozent).

Dazu die höchsten Werte bei Dead-Clicks (30 Sitzungen) und Quickbacks (77) bei 606 Sitzungen.

Microsoft Clarity, 16.07.–03.08.2026

0von 47 Starts gezählt

Der Anfrage-Funnel ist nicht messbar

Auf beiden Anfrageformularen zählt Google Analytics keine einzige Absendung — bei 45 beziehungsweise 2 registrierten Formularstarts. Dass Anfragen eingehen, belegen 49 Aufrufe der Danke-Seite. Die aggregierten Formularzahlen messen zudem etwas anderes: Von 68 gezählten „Absendungen" stammt genau eine von einem echten Kontaktformular. Die anderen 67 sind die Website-Suche, die in der Kopfzeile jeder Seite steht.

Solange das so bleibt, lässt sich die Wirkung keiner Maßnahme belegen — auch nicht die der Empfehlungen aus diesem Projekt.

GA4-Ereignisanalyse je Seite, 90 Tage

7 × 2Pflichtaufgabe

Das Anfrageformular verlangt eine Rechenaufgabe

Ein Pflichtfeld mit einer wechselnden Rechenaufgabe (gemessen: „7 * 2 = ?"), dazu sieben Pflichtfelder — darunter eine verpflichtende Frage, wie man auf afb aufmerksam geworden ist, und ein Freitext, in dem der Interessent sein Anliegen selbst formulieren muss. Kein einziges Feld trägt ein autocomplete-Attribut: kein Browser füllt Name, Firmen-Mail oder Telefon automatisch aus.

Eine Rechenaufgabe als Zugangsbedingung zur Kontaktaufnahme ist im B2B-Vertrieb nicht begründbar. Die Hürden sind auf der deutschen Website identisch — sie erklären den Marktunterschied also nicht, kosten aber beide Märkte Anfragen. In der Umsetzung ist Österreich schlechter: Deutschland rechnet Addition statt Multiplikation und bietet eine Vorlese-Alternative.

Live-Prüfung der Anfrageseite und Seiten-Snapshot, 04.08.2026

4 von 4Zertifikate unsichtbar

Die Vertrauensbelege am Formular werden nie angezeigt

Am Formular liegen vier Zertifikate (Blancco, TÜV ISO 9001, Microsoft Authorized Refurbisher, VSE). Sie stecken in einem Logo-Karussell, dessen Folien außerhalb des sichtbaren Bereichs stehen — das Nachladen wird deshalb nie ausgelöst. Am Smartphone erscheint keines, am Desktop nur Blancco. Zwei der vier haben zusätzlich keinen Alternativtext.

Damit fehlen genau im Entscheidungsmoment die Nachweise, die einen zentralen Vertrauenseinwand beantworten: „Kann ich mich da wirklich drauf verlassen?" Die deutsche Website hat denselben Defekt — dort erscheint eines von fünf Zertifikaten. Es ist also kein Marktvorteil, sondern eine gemeinsame Reparatur.

DOM- und Geometriemessung an der Live-Seite, 04.08.2026

50Downloads Preisliste

Die Preisinformation liegt dort, wo niemand hinkommt

Die Beispielkalkulation zum Geräteankauf ist mit 50 Downloads das häufigste Abschlusssignal der Seite. Die Nachfrage nach Preisen ist damit belegt — die Ankaufskonditionen beginnen aber erst nach 39 Prozent der Seitenlänge (mobil bei 5.909 von 15.161 Pixel), in der Heatmap bereits im kalten Bereich.

GA4-Ereignisse + Clarity-Scroll-Heatmap

27 von 30Anrufe mobil

Mobile Nutzer umgehen das Formular und werden nicht gezählt

Rund die Hälfte der Sitzungen kommt vom Smartphone, verweilt dort aber 1:12 statt 5:27 Minuten. 27 von 30 Anrufklicks stammen von Mobilgeräten — mobile Interessenten greifen erkennbar zum Telefon statt zum Formular. (Alle vier Werte aus Google Analytics, 90 Tage; der genaue Gerätemix im Marktvergleich weiter unten stammt aus Clarity und dem kürzeren Fenster.)

Anruf- und E-Mail-Klicks sind nicht als Erfolg konfiguriert. 56 Klicks auf Kontaktoptionen fehlen damit in jeder Bewertung, und der mobile Weg wird in der Optimierung systematisch übergangen.

GA4, 90 Tage

13Einstiege in 90 Tagen

Die zweite Lead-Seite hat kein Gestaltungsproblem

/it-hardware/kaufen/gewerblich/ verzeichnet 13 Einstiege in 90 Tagen, die Verkaufen-Seite 2.298. Die Frage lautet dort nicht, wie die Seite konvertiert, sondern warum sie niemand erreicht. Das ist eine Frage der internen Verlinkung und Sichtbarkeit, nicht des Conversion-Designs.

GA4, Einstiegsseiten

Österreich und Deutschland im Vergleich

Beide Märkte nutzen dieselbe Seitenstruktur und dieselben Formularhürden. Der Vergleich trennt deshalb, was am Markt liegt, von dem, was an der Seite liegt.

Identisches Zeitfenster 16.07.–03.08.2026, gleiche Messmethode je Zeile. Positionsangaben bei identischer Fensterbreite (500 × 844) erhoben. Grün markiert die Zeilen, in denen der Unterschied handlungsrelevant ist.
KennzahlÖsterreichDeutschland
Sitzungen gesamt1.2996.650
Lead-Seite „IT verkaufen" — Sitzungen6061.021
Scroll-Tiefe der Lead-Seite22 %30 %
Quickbacks der Lead-Seite12,7 %21,0 %
Dead-Click-Sitzungen der Lead-Seite5,0 %3,0 %
Seiten pro Sitzung2,02,2
Anteil Smartphone51 %33 %
Sitzungen mit hoher Kaufabsicht14,4 %27,2 %
Sitzungen mit JavaScript-Fehler0,77 %0,78 %
Largest Contentful Paint1,9 s1,8 s
Interaction to Next Paint192 ms216 ms
Erster Anfrage-Button, mobil1.033 px1.007 px
Seitenhöhe der Lead-Seite, mobil15.161 px15.368 px
Performance-Score8686

Technisch unterscheiden sich die Märkte nicht. Performance-Score gleich, Ladezeit in Deutschland leicht besser, Reaktionszeit dort sogar schlechter, JavaScript-Fehler in beiden Märkten unter einem Prozent der Sitzungen und praktisch deckungsgleich. Der Anfragerückstand lässt sich damit nicht technisch erklären.

Der Anfrage-Button liegt in beiden Märkten unter der Falzkante. Bei gleicher Messung beginnt er in Österreich bei 1.033, in Deutschland bei 1.007 Pixel — der Bildschirm endet bei 844. Am Desktop liegen beide exakt gleich. Die deutsche Seite ist außerdem länger, nicht kürzer. Die verbreitete Erzählung, Deutschland stelle den Button „sofort" hin, hält der Messung nicht stand: der CTA muss in beiden Märkten nach oben.

Was Deutschland wirklich anders macht, ist kleiner — aber real. Drei statt acht Zeilen Einleitungstext vor dem ersten Schritt, ein Fragen-und-Antworten-Bereich auf der Seite selbst (allerdings erst am Seitenende) und eine barrierefreiere Konfiguration der Rechenaufgabe. Das erklärt den Unterschied in der Scroll-Tiefe, nicht den Anfragevorsprung.

Der größte strukturelle Unterschied ist der Gerätemix. Österreich ist mit 51 Prozent mehrheitlich mobil, Deutschland nur zu einem Drittel. Beide Seiten sind gleich lang — das passt zum deutschen Publikum, das überwiegend am Desktop sitzt, nicht zum österreichischen. Die Empfehlung ist deshalb keine Kopie der deutschen Seite, sondern eine mobil zuerst gedachte Anfragestrecke.

Ehrlich einzuordnen: Deutschland verliert anteilig mehr Nutzer sofort wieder — 21,0 gegenüber 12,7 Prozent Quickbacks — und erzielt trotzdem mehr Anfragen. Die Aussage „Österreich verliert Nutzer schneller" ist durch die Daten nicht gedeckt. Der Traffic erklärt Faktor 5,1 des Rückstands; in der Anfragequote bleibt ein Faktor von rund 2, der mit diesen Daten nicht kausal zerlegbar ist. Einen Teil davon macht die Trafficqualität sichtbar: Clarity stuft in Deutschland 27,2 Prozent der Sitzungen als kaufabsichtsstark ein, in Österreich nur 14,4 Prozent — Österreich bekommt also nicht nur weniger Besucher, sondern auch flüchtigere. Wie viel davon auf Reichweite und Markenbekanntheit entfällt, ist damit noch nicht getrennt.

Reihenfolge der Maßnahmen

Vier Schritte. Der erste ist kein Gestaltungsschritt — ohne ihn bleibt jede Verbesserung unbelegt.

  1. Anfragen überhaupt messbar machen

    Ein eigenes Ereignis auf die erfolgreiche Absendung des Anfrageformulars legen, Anruf- und E-Mail-Klicks als Erfolg zählen, Formulare unterscheidbar benennen. Letzteres ist besonders billig: das Formular sendet die Kennung bereits mit, sie wird nur nicht an Analytics übergeben. Erst danach existiert eine Nulllinie, gegen die sich alles Weitere messen lässt.

    Aufwand gering · Voraussetzung für alles Weitere

  2. Hürden im Anfrageformular abbauen

    Rechenaufgabe durch ein unsichtbares Sicherheitsverfahren ersetzen, die Herkunftsfrage optional stellen (die Attribution ist technisch schon eingebaut), den Pflicht-Freitext durch eine Auswahl mit optionaler Ergänzung ersetzen, autocomplete auf den fünf Kontaktfeldern setzen. Zertifikate als statische Reihe statt als Karussell ausgeben, damit die Nachweise überhaupt geladen werden — das gilt für beide Märkte.

    Aufwand gering bis mittel

  3. Handlungsaufforderung und Konditionen nach oben

    Anfrage-Button am Smartphone in den ersten Bildschirm holen, einen kompakten Abschnitt zu den Ankaufskonditionen direkt darunter platzieren, mit Sprungmarke aus dem Seitenkopf. Reine Reihenfolgearbeit am bestehenden Template. Gilt für beide Märkte — in Deutschland liegt der Button ebenso unter der Falzkante, dort ist es bisher nur nicht aufgefallen.

    Aufwand mittel

  4. Anfrageweg am Smartphone gezielt gestalten

    Die mobile Strecke vor der Desktop-Fassung überarbeiten, Anruf und E-Mail gut erreichbar anbieten. Österreich ist mehrheitlich mobil, Deutschland nur zu einem Drittel — hier liegt der marktspezifische Hebel.

    Aufwand mittel

Belastbarkeit der Daten

Fünf Einschränkungen, die jede Zahl auf dieser Seite begleiten.

  • Kurzer Zeitraum

    Clarity erfasste erst ab dem 16. Juli verlässlich Daten; zuvor war das Tag an einen veralteten Consent-Trigger gebunden. Der 15. Juli enthielt im österreichischen Projekt noch überwiegend deutsche Sitzungen und wurde ausgeschlossen. Grundlage sind 19 Tage.

  • Nur zustimmende Nutzer

    Clarity sieht ausschließlich Sitzungen mit Einwilligung in Statistik-Cookies. Gegen Google Analytics gerechnet sind das im Auswertungszeitraum rund 94 Prozent des Traffics (1.299 von 1.389 Sitzungen) — deutlich mehr als bei einer Einwilligungsquote üblich. Die fehlenden 6 Prozent können trotzdem systematisch abweichen.

  • Kleine Heatmap-Stichproben

    Die Heatmaps beruhen auf wenigen Seitenansichten: Lead-Seite mobil 11, am Desktop 51; Anfrageseite 24 bzw. 28; „gewerblich kaufen" mobil 3. Bei elf Ansichten bewegt ein einzelner Besucher das Bild um neun Prozentpunkte. Die Heatmap-Aussagen sind deshalb qualitativ zu lesen. Die Sitzungs-, Scroll- und Quickback-Zahlen stehen dagegen auf 606 bzw. 1.021 Sitzungen und sind belastbar.

  • Widersprüchliche Erfolgssignale

    Am Smartphone zählt GA4 42 abgeschickte Formulare, aber nur 9 Aufrufe der Danke-Seite. Gerätespezifische Aussagen zur Conversion sind deshalb nicht belastbar — die Klärung ist Teil von Schritt 1.

  • Zwei Datenbasen in Clarity

    Die seitenbezogenen Zahlen decken die 19 Tage ab. Die Dashboard-Aggregate (Geräte, Browser, Länder, Einblicke) sind ein vorab aggregierter Export über 20 Tage inklusive 15. Juli und nachträglich nicht filterbar. Der Gerätesplit auf dieser Seite ist deshalb direkt aus den Sitzungsdaten für 19 Tage gerechnet.

Quantitative Aussagen sind als Tendenz zu lesen. Belastbarer sind die qualitativen Signale — Sitzungsaufzeichnungen, Rage- und Dead-Clicks — sowie die Befunde aus der direkten Prüfung der Live-Seite, die unabhängig von der Stichprobengröße gelten.

Unterlagen

Alle Analysen im Volltext, je Markt getrennt.

UX-Review Anfragestrecke19 Befunde mit Priorität, Aufwand und Quelle, davon 7 mit höchster Priorität. Microcopy-Vorschläge, WCAG-Quickcheck, dokumentierte Nachprüfungen.
Österreich
Redesign-BriefingVerdichtet auf Befund, Evidenz und Empfehlung je Seite — Arbeitsgrundlage für die Umsetzung.
Österreich · Clarity
Verhaltensanalyse, 56 SeitenHeatmaps je Seite und Gerät, Verhaltenskennzahlen, Executive Summary.
Österreich · Clarity
Fokus-Analyse Lead-StreckenFormular-Ereignisse je Seite, Gerätevergleich und die Machbarkeitsrechnung je Heatmap.
Österreich · GA4
Standard-Snapshot, 90 TageEinstiegsseiten, Kanäle, Geräte und Ereignisse mit Vorperiodenvergleich.
Österreich · GA4
Vergleichs-ReviewZehn übertragbare Unterschiede, acht gemeinsame Schwächen, Kennzahlenvergleich auf gleicher Messbasis.
Deutschland
Verhaltensanalyse, 44 SeitenIdentisches Zeitfenster — Referenz für den Marktvergleich.
Deutschland · Clarity
Redesign-BriefingDie deutsche Vergleichsseite verdichtet auf Befund, Evidenz und Empfehlung.
Deutschland · Clarity
Verhaltensanalyse als PDFDieselbe Auswertung aufbereitet und präsentationsfertig, 56 Seiten.
Österreich · Clarity
Verhaltensanalyse als PDFDie deutsche Vergleichsauswertung aufbereitet, 44 Seiten.
Deutschland · Clarity
Variante A — Handlungsaufforderung im ersten BildschirmEntwurf in der echten Seite: gekürzte Hero-Subline, Anfrage-Button und Sprunglink im Hero. Gemessen 542 statt 1.033 Pixel bis zum ersten CTA. Derselbe Eingriff wäre auch in Deutschland fällig (dort 1.007 Pixel).
Entwurf · nicht live
Variante B — zusätzlich Konditionen-TeaserWie A, plus kompakte Ankaufskonditionen nach einem kurzen Scroll statt nach sieben Bildschirmen.
Entwurf · nicht live
Variante A als Bild — SmartphoneGanzseitiger Screenshot bei 390 × 844 Pixel. Zeigt den Entwurf ohne Klick in die Seite.
Mockup · 390 px
Variante B als Bild — SmartphoneGanzseitiger Screenshot bei 390 × 844 Pixel, mit dem Konditionen-Teaser.
Mockup · 390 px
Variante A als Bild — DesktopGanzseitiger Screenshot bei 1.440 Pixel Breite.
Mockup · 1.440 px
Variante B als Bild — DesktopGanzseitiger Screenshot bei 1.440 Pixel Breite.
Mockup · 1.440 px
Dokumentation der VariantenWas geändert wurde, gemessener Vorher-Nachher-Effekt und die Grenzen der Entwürfe.
Methodik

Nicht Teil dieser Auslieferung: die vollständige Arbeitskopie der beiden Websites (48 Seiten Österreich, 17 Deutschland, rund 375 MB). Sie bleibt bewusst lokal — eine öffentlich erreichbare Kopie der Kundenwebsite würde eine indexierbare Dublette erzeugen. Die Varianten oben sind daher nur in ihrem Seitenausschnitt deployt; Navigations- und Footer-Links darin führen ins Leere.